Inhalt: Mittellandkanal
Der Mittellandkanal ist mit 324,4 km die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland. Er ist im Land die wichtigste Ost-West-Wasserstraße, die den Rhein durch den Rhein-Herne-Kanal und den Dortmund-Ems-Kanal mit der Ems, der Weser, der Elbe und weiter über brandenburgische Flüsse und Seen bis hin zur Oder verbindet. In europäischer Dimension ist er das zentrale Wasserstraßensystem von West- nach Osteuropa. Der Kanal wurde früher auch als Weser-Ems-Kanal, Weser-Elbe-Kanal oder Rhein-Elbe-Kanal bezeichnet.

Trotz der großen Länge des Kanals kommt dieser lediglich mit zwei Schleusen aus. Zwischen der Abzweigung aus dem Dortmund-Ems-Kanal bei Bergeshövede und der Schleuse Anderten in Hannover hat der MLK einen Wasserstand von NN + 50,30 m, in der Scheitelhaltung zwischen der Schleuse Anderten und der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg einen Wasserstand von NN + 65,00 m und in der Osthaltung zwischen der Schleuse Sülfeld und der Schleuse Hohenwarte auf der östlichen Elbseite einen Wasserstand von NN+56,00 m.
Beschlossen wurde der Bau des Kanals mit dem Inkrafttreten des preußischen Wassergesetzes vom 1. April 1905. Um den Kanalbau wurde im Reich erbittert debattiert. Als Kompromiss wurde schließlich der Bau bis Hannover festgelegt. 
- 1856 - Erste Pläne zum Bau eines Kanals vom Ruhrgebiet zur Elbe
- 1906 - Baubeginn des Abschnitts Bergeshövede - Hannover
- 1915 - Inbetriebnahme des ersten Abschnittes bis Minden
- 1916 - Fertigstellung des Bauabschnitts bis Hannover
- 1928 - Einweihung der Hindenburgschleuse bei Hannover-Anderten
- 1929 - Anbindung an den Hafen Peine
- 1933 - Anbindung an den Hafen Braunschweig
- 1938 - Eröffnung des Mittellandkanals in ganzer Länge bis nach Magdeburg-Rothensee.
Mit dem Wandel der Schifffahrt vom Schleppzug zum selbstfahrenden Motorgüterschiff mit erheblicher Vergrößerung des Schiffsvolumens musste auch der Schifffahrtsweg den neuen Schiffsgrößen angepasst werden. Auf Grundlage des Rahmenentwurfs zum „Ausbau des Mittellandkanals sowie seiner Stichkanäle“ wurde 1965 mit den Arbeiten begonnen, so dass sich der MLK heute so darstellt:
Regelquerschnitt des Mittellandkanals
Trapezprofil (schräge Uferböschung): Breite 55 m, Tiefe 4 m
Rechteckprofil (Spundwand): Breite 42 m, Tiefe 4 m
Die genannten Profile werden an vielen Stellen miteinander kombiniert, dadurch ergeben sich abweichende Wasserspiegelbreiten.
Regelschiff auf dem Mittellandkanal (Ausgebauter Streckenabschnitt)
- Schubverband: Länge 185 m, Breite 11,40 m, Tiefgang 2,80 m, Tragfähigkeit 3500 t
- Großmotorgüterschiff (GMS): Länge 110 m, Tiefgang 2,80 m, Breite 11,45 m, Tragfähigkeit 2100 t